Corona-Krise: Aktuelle Informationen zur Situation in den Projekten

+++ Stand: 25.05.2020 +++

Die weltweite Verbreitung von Covid-19 hält weiter an und in vielen unserer Projektländer steigen die Fallzahlen stark. Aufgrund sehr geringer Testkapazitäten wird dies jedoch nicht umfassend dokumentiert und die genauen Zahlen bleiben oft unbekannt. Neben den gesundheitlichen Risiken einer Covid-19 Erkrankung, sind es insbesondere die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung, die schwerwiegende wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen für Menschen in Entwicklungsländern mit sich bringen. Bereits heute ist deutlich erkennbar, dass die Bedürftigen in den ärmsten Teilen der Welt, am meisten unter diesen Folgen leiden und leiden werden.

Wir stehen in einem regelmäßigen Austausch mit unseren Projektleitern und den Partnerorganisationen vor Ort. Hier möchten wir Ihnen aktuelle Informationen zu der Situation in unseren Projekten zur Verfügung stellen. Sie finden die Projekte unter den verschiedenen Regionen Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika und können dort die jeweiligen Updates nachlesen. Die Informationen werden stetig aktualisiert.

Bitte beachten Sie, dass wir uns in dieser Übersicht auf Updates fokussieren, die besonders erwähnenswert in der Krise sind. Falls Sie Fragen zu einem bestimmten Projekt haben oder dazu keine aktuellen Informationen finden können, wenden Sie sich gerne per Mail an uns.

Spenden Sie jetzt für die help alliance Projekte in der Corona-Krise!

 

 

Teilen Sie diese Links gerne mit Ihren Freunden, Kollegen und Bekannten!

 

Afrika

Djougou: Die Schülerinnen und Auszubildenden des Projekts (Aus-)bildung für starke Frauen mussten das projekteigene Wohnheim verlassen und sind zu ihren Angehörigen zurückgekehrt. Mädchen, die entweder keine Familie haben oder aus anderen Gründen nicht dorthin zurückkönnen, haben im Haus von Dhyne, dem lokalen Projektleiter, eine Unterkunft gefunden.

Ballingho: In unserem Projekt Berufsperspektiven für Rückkehrer musste die Ausbildung von 40 Jugendlichen unterbrochen werden. Da auf dem Gelände im Rahmen der Ausbildung jedoch Lebensmittel produziert werden, darf der Produktionsbetrieb fortgeführt werden. Drei Jugendliche sind in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Die anderen haben sich für einen befristeten Arbeitsvertrag entschieden und helfen nun dabei die Region mit Obst und Gemüse zu versorgen.

Mombasa: Auch in Kenia sind derzeit alle Schulen und Ausbildungsstätten geschlossen. Unsere Schneiderinnenklasse des Projekts Gesamtheitliche Bildung für Kinder hat inzwischen mehrere tausend Schutzmasken genäht und sie an Hotels und andere Läden verkauft. Viele der Masken wurden auch an ärmere Menschen verteilt.

Lomé: Im Rahmen unseres Projektes Zweisprachige Ausbildung mit Perspektiven für junge Menschen in Lomé haben die Auszubildenden als Reaktion auf die Corona-Krise mehrere innovative Ideen entwickelt. So haben 8 Azubis, die als Stylistinnen bzw. Schneiderinnen ausgebildet werden, mit der Produktion von Mundschutzmasken angefangen. Obwohl die Ausbildungsstätten wegen Corona geschlossen sind, konnten sie ihre Nähmaschinen mit nach Hause nehmen und mit der Produktion starten. Die mehrfach nutzbaren Mundschutzmasken werden aus 100%iger Baumwolle hergestellt. Gleichzeitig beschäftigt sich eine andere Gruppe mit der Zusammenstellung von Hygienesets. Die Sets bestehen aus einer Mundschutzmaske, einer Seife, einer Packung Papiertaschentücher und einer kleinen Hygieneanleitung.

Johannesburg: Die Kinder und jungen Erwachsenen des Projekts Liebevolles Zuhause für Waisenkinder befinden sich derzeit in Heimquarantäne. Zwei der jungen Frauen, die bereits als Asstistenz-Lehrerinnen arbeiten, unterrichten inzwischen ihre Schüler online und erhalten daher auch weiterhin ein kleines Gehalt. Eine der Betreuerinnen – eine Schneiderin – näht Schutzmasken und verteilt sie in der Nachbarschaft.

 

Kapstadt: Nach wochenlanger Schließung der Schulen darf am 25.05 der Baubetrieb im Projekt Zukunft durch Bildung für Townshipkinder wieder aufgenommen werden. Da viele Bauarbeiter in dem Township wohnen, und nun endlich wieder einen Verdienst haben trägt dies zusätzlich auch zur Entspannung der Lage im Township bei. 

IMG_0334

Asien

In Indien sind derzeit alle Schulen geschlossen und es wurde eine landesweite Ausgehbeschränkung verhängt. Die Einhaltung der Ausgehbeschränkung wird massiv von der Polizei kontrolliert und notfalls auch mit körperlicher Gewalt umgesetzt.

 

Dehradun: In Dehradun durften nur die Kinder ohne Familie in den Wohnheimen unseres Projektpartner Aasraa Trust für das Projekts Bildung schafft Chancen für Straßenkinder bleiben, diese werden weiterhin betreut und bekommen nun zusätzlich noch durch Freiwillige der Lufthansa Group Online Sprachunterricht. Auch die Lehrer nutzen diese Zeit zur Weiterbildung und erhalten online Sprach- und IT Unterricht durch die Freiwilligen. Des Weiteren konnten lokal circa 6.500 Familien mit Lebensmitteln versorgt werden. Des Weiteren konnten über 45.000 Menschen mit Essen versorgt werden und wurden so die letzten 1 ½ Monate vorm Verhungern bewahrt.

 

New Delhi: In Delhi werden die Kinder des Projekts Lernen für sonnige Aussichten für Slumkinder von Kuku, dem Projektgründer, mit Nahrungsmitteln versorgt. Hierzu konnte Kuku eine 8 tägige Sondergenehmigung für einen Mitarbeiter erwirken, der nun mit seiner Rikscha zu nahegelegenen Läden fahren und Einkäufe für das Projekt erledigen darf. Zu der täglichen Verteilung der Lebensmittel lässt der in der Straße stationierte Polizist ausnahmsweise die Kinder bis zum Projekt laufen. Ältere Jugendliche unterstützen bei der Lebensmittelausgabe. Zusätzlich wird im Stadtviertel an allen Kiosken kostenlos Trinkwasser an die Kinder ausgegeben. Die Kioskbetreiber bekommen die Wasserkosten durch das Projekt erstattet.

 

Gurugram: Auch in Gurguram ist Devender, der Gründer des Projekts Bessere Zukunft durch Bildung für sportliche Kinder, derzeit täglich damit beschäftigt, die Kinder mit Nahrungsmitteln zu versorgen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben, um ihr Wohlbefinden zu sichern.

 

Beeka-Ebene: Im Projekt Zeltschulen für Geflüchtete sind alle Zeltschulen aktuell geschlossen. Alternativ gehen die Lehrer nun von Zelt zu Zelt und besuchen die Kinder bei ihren Familien und bringen ihnen Hausaufgaben persönlich vorbei. Zudem haben die Lehrer Online-Unterrichtseinheiten entwickelt, die sich die Kinder zuhause anschauen können.  Das Thema „social distancing“ lässt sich in den Flüchtlingslagern nicht umsetzen, da tausende Menschen auf engstem Raum leben. Um (wie empfohlen) 10x pro Tag Hände zu waschen, bräuchte man fast die doppelte Menge an Wasser wie bisher, auch Seifen und Desinfektionsmittel, Mundschutz und Handschuhe stellen enorme Mehrkosten dar.

Unsere Partnerorganisation EcoHimal für unsere beiden Projekte in Nepal (In Gewürzen steckt Zukunft und Genderfriendly-Schulen für Kinder) führt folgende Hilfs- und Präventionsmaßnahmen in mehreren Distrikten durch: 1) Aufklärungsarbeit über das Virus und die notwendigen Hygienemaßnahmen, 2) Verteilung von Hygieneartikeln und Desinfektionsmitteln, 3) Unterstützung bei der Wasserversorgung in mehreren Dörfern, 4) Verteilung von Saatgut an die lokalen Bauern.

Pattaya: Da auch in Thailand die Schulen geschlossen sind, verbringen die Kinder und Jugendlichen im Child Protection Center, des Projekts Schutz vor Ausbeutung und Kinderhandel für Straßenkinder, ihre Zeit mit Lernen. Außerdem helfen sie viel im projekteignen Garten, pflanzen Obst und Gemüse an und pflegen die Tiere. Durch die eigenen Anbaufläche kann eine teilweise Versorgung der Kinder mit frischen Nahrungsmitteln sichergestellt werden. Zusätzlich nähen die Kinder und Jugendlichen Schutzmasken, um sie in der armen Bevölkerung zu verteilen. Die Verteilung der Masken erfolgt durch die Mitarbeiter des Projekts.

IMG_0337

Europa

Düsseldorf: Im Rahmen unseres Projektes Bildungsförderung für Schüler mit der Organisation Chancenwerk wurde die Maßnahme cosinus@home entwickelt. Dabei bekommen ab sofort alle Kinder basiskompetenzfördernde Lernhefte in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch nach Hause geschickt. So können sie weiterhin gezielt an ihren Lerndefiziten arbeiten. Außerdem pilotieren die Projektverantwortlichen auch die Verlegung der Intensivkurse hin zu einer Onlinelösung, sodass sie Kinder und Jugendliche auf ihren individuellen Lernwegen begleiten können. In Düsseldorf ist es der Organisation bereits gelungen, an der Dieter-Forte-Gesamtschule wöchentlich einen Mathematik-Kurs in einer Videokonferenz anzubieten

 

Hamburg: Unsere Partnerorganisation „Hanseatic Help“ für unser Projekt Lotsen für eine starke Zukunft hat als Reaktion auf die Corona-Krise eine Online-Plattform https://www.gemeinsamesache.org ins Leben gerufen, um die Vernetzung zwischen Freiwilligen und bedürftigen Menschen zu ermöglichen. Da man viele betroffene Menschen nicht immer online erreichen kann, soll eine Brücke von der digitalen zur analogen Welt gebaut werden. Dafür gibt es das Hanseatic Help Call-Center (Hanseatic Helpline), das von Freiwilligen aus dem Homeoffice betreut wird.

 

Frankfurt: Unsere Partnerorganisation „Über den Tellerrand Frankfurt“ führt mehrere Aktivitäten inzwischen digital durch. So finden beispielsweise Treffen im Rahmen der Job Buddy und Volunteer-Rockets Programme unseres Projekts Berufsperspektiven mit Job Buddies als Zoom-Meetings statt. Außerdem nutzt die Organisation ihre Küche, damit 2er Gruppen circa 200 Mahlzeiten pro Woche für das Drogenhilfezentrum der AIDS-Hilfe Frankfurt – La Strada vorbereiten können.

 

Hattersheim: Im Projekt Lerncafé für mehr Integration können die Kinder nicht mehr zum Nachhilfe Unterricht kommen, daher erhalten sie nun per Email ihre Hausaufgaben. Zusätzlich hat das Projekt Bücher gesammelt, um eine kleine Leih-Bibliothek aufzubauen, damit die Kinder weiterhin zuhause lesen können. Außerdem werden Online-Aktivitäten für Kinder zur Verfügung gestellt, z.B. ein spezieller Yoga-Kurs für Kinder.

IMG_0338

Lateinamerika

São Laurenço: Um die in Heimquarantäne festsitzenden Bewohner des Stadtviertels zu unterstützen und ihre Versorgung sicherzustellen verteilten Freiwillige des Projekts Bessere Zukunft durch Bildung für sportliche Kinder 100 Lebensmittelpakete an die ärmsten Familien. Zusätzlich hat das Projekt eine Initiative gestartet um der Bevölkerung, die häufig keinen Internetzugang besitzt, dabei zu helfen das staatliche Unterstützungspaket, welches nur online beantragt werden kann, zu beantragen. 

IMG_0341