Glückskinder in Tamil Nadu

Prana Projekt, Pondicherry, Indien

Das Projekt existiert seit 2004 und ist seit 2011 Teil der help alliance.

Gegründet wurde Prana von den beiden Ethnologen Dr. Hilde Link und Prof. Dr. Matthias Laubscher – beide erlebten die Tsunami-Katastrophe vor Ort mit. Für die Bewohner „ihres“ Fischerdorfes haben sie das Projekt ins Leben gerufen.

So hat Prana nicht nur unmittelbar nach dem Tsunami konkrete Soforthilfe geleistet, sondern mit viel Kompetenz mehrere Langzeitprojekte initiiert: Förderschule, Schulspeisung, Therapiezentrum für Menschen mit Behinderungen, Schneiderwerkstatt und Glückskinder-Projekt.

36 Helferinnen und Helfer kümmern sich um 130 Kinder in der Förderschule.

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Prana Projekt, Indien

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Projektleitung

Prana Projekt, Indien

Dr. Hilde Link, Indien

Dr. Hilde Link

Details & Erfolge

Prana Projekt, Pondicherry, Indien

Das Prana-Projekt verfolgt eine klare Strategie: Menschen in Not sollen nicht zu Bettlern und Bittstellern gemacht werden, die von Hilfe abhängig sind. Über geeignete Schul- und Medizinprogramme wird den Menschen eine Basis geboten, von der aus sie sich selbst neue Perspektiven schaffen können, die in ein freies, selbstbestimmtes Leben führen.

Kernstück ist die Förderschule: Kinder aus drei Religionen (Hinduismus, Christentum, Islam) und zwei Kasten (Feldbauern und Fischer,) sowie die kastenlosen Dalit des Dorfes besuchen sie gemeinsam nach der regulären Dorfschule. Hier wird neben dem Fachunterricht auch gespielt, gemalt und getanzt, gesungen und gelacht. Ein Yogalehrer unterrichtet mit großem Erfolg, und in Rollenspielen wird der Umgang mit Konflikten trainiert. Bei all dem lernen die Kinder, dass eine andere Religion und eine andere Kaste kein Grund für Feindschaften darstellen, sondern dass ein friedvolles Miteinander erstrebenswert ist.

Da eines der Hauptprobleme Fehlernährung und ein schlechter Gesundheitszustand der Kinder war,  wurde die Schulspeisung eingeführt: Wenn die Kinder von der regulären Schule in die Förderschule kommen, erhalten sie einen vom Arzt zusammengestellten Kräftetrunk, und am Ende des Schultages eine ausgewogene Mahlzeit mit Reis, Gemüse und frischem Obst. Für so gut wie alle Kinder, die aus wirklich unvorstellbar armen Verhältnissen kommen, ist dies die einzige warme Mahlzeit am Tag.

Im projekteigenen Therapiezentrum werden Kinder mit Behinderungen behandelt, und ihre Mütter lernen, wie sie zu Hause mit ihren Kindern weiterarbeiten können. Diese Therapien genießen eine hohe Akzeptanz, da traditionelle Heilmethoden mit gezielter Physiotherapie kombiniert werden. Im Therapiezentrum werden Mütter ermutigt, aus ihrer Isolation zu kommen und mit einem neuen Selbstbewusstsein in die soziale Gemeinschaft hineinzutreten.

Allein schon die Tatsache, dass man sich um Kinder mit Behinderung kümmert, und noch viel mehr die kleineren und größeren Erfolge, verhelfen zu wachsendem Ansehen in der Dorfgemeinschaft. Andere Frauen aus dem Dorf nehmen am projekteigenen Näh- und Schneiderinnen-Kurs teil. Eine Schneidermeisterin unterrichtet die Frauen, eigene Stoffe werden nach Ende der „Lehrzeit“ selbst mitgebracht, die Frauen können die Maschinen benutzen, sich weiterhin Rat holen und die Ergebnisse ihrer Arbeit selbständig verkaufen. Auf diese Weise verfügen sie über ein kleines Einkommen, das sie persönlich verwalten: ein Stück Unabhängigkeit von ihren Ehemännern.

Eine Besonderheit bei Prana ist das Glückskinder-Projekt. In ganz Indien herrscht die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die anderen allein durch ihre Existenz Unglück bringen. Das bedeutet konkret Meidung, Ausgrenzung, Stigmatisierung für Frauen und deren Kinder: sie werden aus der Familie verstoßen.

Prana hat eine Modellinstitution geschaffen, welche auch von der help alliance unterstützt wird: Die „Unglückskinder“ und ihre Mütter werden über Ausbildungs- und/oder Therapieprogramme in die Lage versetzt, sich selbst aus ihrem Elend und ihrer Notlage zu befreien, und somit unabhängig von althergebrachten Vorstellungen in einem anderen sozialen Umfeld ein neues Leben zu beginnen. So werden „Unglückskinder“ zu Glückskindern. Die help alliance finanziert dabei zwei Wohneinheiten, in denen vier junge Menschen mit ihrer Betreuerin in familiärer Gemeinschaft leben. Die 22 jährige Vollwaise Jagadesvary wird schon seit 11 Jahren von Monica Nowak gefördert und begleitet; sie lebt seit 2012 bei Prana und studiert am College. 2013 konnten die drei Kinder ihrer verstorbenen Schwester ebenfalls im Projekt aufgenommen werden; sie gehen noch zur Schule. Das „Glückskind“ Sangeetha (sie lebte bis 2013 mit ihrer Mutter bei Prana) hat mittlerweile das Bachelor-Studium abgeschlossen. Auf dem Weg in die Selbstständigkeit macht Sangeetha nun mit einem Stipendium der help alliance ihren „Master of Business Administration“ an einem College in Chennai.

Zahlen & Fakten

Prana Projekt, Indien

Projektleitung

Prana Projekt, Indien

Monica Nowak,  Deutschland

Monica Nowak und Jagadesvary

Projektort

Periyamudaliyarchavadi, Pondicherry, Indien

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Videos

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