Die Glückskinder vom Prana Projekt: Praveens Geschichte

 Mit Herz und Seele hilft Flugbegleiterin Monica Nowak Praveen auf den guten Weg in ein selbstständiges Leben

 

Was am Anfang unmöglich erschien, wurde durch das Prana Projekt der help alliance und durch die kompromisslose Unterstützung von Monica Nowak, Flugbegleiterin bei der Lufthansa, für Praveen zur Wirklichkeit: Praveen hegte einen fast vergessenen Wunsch: Koch zu werden. Für ein Kind mit seiner Vergangenheit kein leichtes Ziel. Denn mit seinen 20 Jahren blickt Praveen bereits auf ein turbulentes Leben zurück: Seine Mutter verbrannte bei einem sogenannten „Küchenunfall“ als er vier Jahre alt war. Sein Vater, alkoholabhängig und gewalttätig, übernahm keine Verantwortung für ihn und seine Geschwister. In den folgenden Jahren wurde er zwischen Verwandten und Kinderheimen hin- und hergeschoben, bis er schließlich 2013 mit seinen Geschwistern im Prana Projekt unterkam.

Heimkinder und Waisen droht in Indien meist Ausgrenzung, Stigmatisierung und Verstoß aus der Gesellschaft. Denn es herrscht der Aberglaube, dass sie anderen allein durch ihre bloße Existenz Unglück bringen. Mit dem „Glückskinder“-Projekt legt Prana einen besonderen Fokus auf Kinder mit diesem schweren Schicksal wie das von Praveen. Monica Nowak reist regelmäßig nach Indien und hat im Prana Projekt ihre Bestimmung gefunden, Glückskinder aus den vermeintlichen Unglückskindern zu machen. Mit vielen der Kinder steht sie in engem Kontakt und unterstützt sie auf dem langen Weg in die Selbstständigkeit.

Der erste Schritt ist Bildung

Das Prana Projekt verfolgt die Strategie, Menschen in Not durch geeignete Schul- und Medizinprogramme ein Fundament zu bieten, damit sie sich selbst neue Perspektiven schaffen können. So setzte auch die Hilfe für Praveen bei einer Schulausbildung und einem Studium an. Leicht war es mit ihm jedoch nicht: Praveen war die Schule nicht wichtig und er geriet immer wieder in Schwierigkeiten. Dennoch gelang es ihm seinen Schulabschluss zu absolvieren – nicht zuletzt dank der Kompetenz, Geduld und Fürsorge seiner Betreuerinnen.

Vom stigmatisierten Unglückskind zum leidenschaftlichen Kochschüler

Durch den Schulabschluss kam Praveen seinem Wunsch Koch zu werden ein Stückchen näher. Mit Glück und Engagement wurde für ihn ein Studienplatz an einem College für Hotel Management und Catering Technologie gefunden. Mit dem Studium war der nächste Schritt in Richtung Traumberuf gemacht. Im Wohnheim in Chennai wurde Praveen aufgrund seiner Vergangenheit jedoch zum Außenseiter, und nach schweren Auseinandersetzungen mit älteren Collegestudenten wurde er des Wohnheims verwiesen. Nowak und das Prana Projekt standen ihm auch hier zur Seite und fanden einen Platz in einem Wohnheim für berufstätige junge Männer. Obwohl er dort wieder nicht heimisch wurde, ließ er sich davon nicht beirren und steckte all seine Energie ins Studium.  

Schließlich vertraute sich Praveen Monica Nowak an. Mit ihr sprach er das erste Mal richtig über seine Depression und die einschneidenden Erlebnisse, die er in seinen jungen Jahren bereits erlebt hatte. „Die Gespräche, die wir in dieser Zeit führten, waren ein kleines Wunder. Solche Offenheit war ihm völlig fremd, er schöpfte immer mehr Vertrauen zu mir, und man konnte förmlich sehen, wie ihn das aufrichtete.“, sagt Nowak. Die Unterstützung und der ständige Kontakt zu seiner Bezugsperson halfen ihm, sein Ziel weiterzuverfolgen. „Das schuf eine enge Verbindung zwischen uns, vor allem aber zeigte es ihm, dass im fernen Deutschland Menschen leben, denen er wirklich am Herzen liegt.“, erzählt Nowak.

Bald waren auch diese schweren Zeiten überstanden, und das Blatt wendete sich für Praveen zum Guten: in einer Wohngemeinschaft von Kommilitonen wurde ein Platz für ihn frei und er fand endlich gute Freunde und ein Umfeld in dem er sich wohlfühlte.

Im Mai erhielt Praveen sein Abschlussdiplom. Als nächstes steht nun die Jobsuche an. Doch auch hier kann er sich auf Unterstützung von Nowak verlassen. „Selbstverständlich werde ich weiter an seiner Seite sein, unterstützt von meinen Mitstreitern im Projekt. Wir sind wahnsinnig stolz auf alles, was ihm bisher gelungen ist“, sagt Nowak.

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