Kleinkreditfonds mit großer Wirkung

Selbsthilfe-Organisationen und Mikrokredite bereiteten erfolgreich über 1200 Frauen in Bangladesch den Weg aus absoluter Armut

So sieht Hilfe aus, die nachhaltig wirkt: Dank der Gründung von Selbsthilfe-Organisationen konnten sich über 1200 Frauen aus einer der ärmsten Regionen Bangladeschs selbst aus der tiefsten Armut helfen, hinein in ein unabhängiges Leben ohne Existenzängste. Ermöglicht hat dies ein Mikrokredit-Projekt des NETZ e.V, das von der help alliance mit 12.000 Euro unterstützt und bis zum erfolgreichen Abschluss begleitet wurde.

Dr. Phillip Billion, Lufthansa Cargo AG, stellte die Kooperation zwischen der help alliance und NETZ her. Neben einer finanziellen Starthilfe durch Kleinkreditfonds sind die Selbsthilfe-Organisationen für Frauen die Eckpfeiler des Projekts. Diese werden durch von den Projektteilnehmerinnen geführte Föderationen beraten und in die Selbstständigkeit begleitet. Bisher fehlte es jedoch an Knowhow und Kapital, um den Selbsthilfe-Gruppen gezielt Unterstützung zu bieten. Hier setzt die Beteiligung der help alliance an.

Die Erfolgsgeschichte von Lily Begum

Welchen Erfolg das Projekt durch die Kleinkreditfonds bereits erzielen konnte, zeigt die Geschichte von Lily Begum. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie im Distrikt Kurigram, einer der ärmsten Regionen im Nordwesten Bangladeschs. Unzureichende Infrastruktur, ein geringer Bildungsstand und äußerst wenige Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft führen dazu, dass sie wie viele weitere Familien in tiefster Armut leben. Durch das Hilfsprojekt konnte Lily einer der vielen Selbsthilfe-Organisationen teilnehmen und erhielt einen Kleinkredit von 2000 Taka, was etwa 21,50 Euro entspricht. Für einen Europäer nicht gerade ein Kapital mit dem sich ein eigenes kleines Geschäft eröffnen lässt. Für Lily und ihre Familie aber bedeutete diese Summe in die Juteproduktion investieren zu können und damit die Sicherung ihrer Existenz. Lily konnte ihr Einkommen schnell steigern, den Kredit zurückzahlen, und zudem den übrigen Gewinn ansparen. Lily denkt mittlerweile schon einen Schritt weiter und hofft, bald mehr Jute lagern zu können, um ihren Gewinn noch weiter steigern zu können. Die Teilnahme an den Gruppentreffen und die gezielte Beratung für Lilys Geschäft spielte dabei für ihren Erfolg eine zentrale Rolle.

Umfassende Selbsthilfe

Konkret werden die Teilnehmerinnen der Gruppen durch die Kopplung von nötigem Knowhow und Kapital nachhaltig beim Aufbau einer gesicherten Existenz für die ganze Familie gefördert. Dies bedeutet für die Frauen, dass das Risiko wieder in die absolute Armut abzurutschen deutlich reduziert wird. Zentraler Bestandteil der Gruppentreffen ist außerdem die Thematisierung der Rechte der Frauen, und wie sie diese schrittweise durchsetzen können. Ziel ist es unter anderem, wirksam gegen Kinderehen, Korruption oder Mitgiftbetrug vorzugehen. Die Kleinkreditfonds der help alliance bieten den Teilnehmern der Gruppen Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Nutzvieh und Land und können dazu dienen, ein eigenes kleines Geschäft aufzubauen.

Voller Erfolg: Nachhaltige Weiterführung des Projekts erzielt

„Die Unterstützung der help alliance war essentiell, um den Projektteilnehmerinnen und deren Selbsthilfe-Organisationen eine nachhaltige wirtschaftliche Basis zu bieten“, sagt Dr. Billion. Denn die eingerichteten Kreditfonds garantieren weiteren Zugang zu Kapital für die Teilnehmerinnen der Gruppen in den kommenden Jahren, ohne weitere Unterstützung durch das Projekt. Gleichzeitig werden die Kreditfonds für die Einnahmen der Selbsthilfe-Organisationen sorgen, womit diese sich weiterhin als lokaler Akteur für die Rechte und Interessen der Frauen einsetzen können.

„Lilys Geschichte ist ein Paradebeispiel dafür, wie Mikrokredite eine weitreichende, nachhaltige Wirkung auf einzelne Frauen und Familien haben können. Das Gute an dem Projekt ist, dass die Föderationen sich in Zukunft eigenständig um die Belange ihrer Mitglieder wie Lily kümmern können werden. Die Unterstützung der help alliance hat hierzu einen signifikanten Beitrag geleistet“, erklärt Dr. Billion.   

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